- Tagestour mit dem Mountain Bike die berüchtigte Death Road nach Coroico hinunterfahren
- Rücktransport nach La Paz
7 Uhr früh stehen wir draussen an der Kälte bereit und wissen nur vage was erwartet. Neben uns wird auch eine Schwedin und ein Deutsches Paar beim Nachbarhaus eingeladen von Altitude Biking. Unter den zahlreichen Anbietern ist Altitude Biking einer der billigeren Anbietern, andere bieten noch allen möglichen Zusatzsachen an und teilweise auch etwas bessere Bikes. Wir verlassen La Paz und fahren weiter hoch hinaus. Nach knapp einer Stunde haben wir den Startpunkt in atemberaubenden 4650 m Höhe auf dem La-Cumbre-Pass erreicht. Hier erhalten wir unser Ausrüstung bestehend aus Helm, Knie- und Ellbogenschonern, Hosen und Jacke und natürlich einem vollgefederten Mountainbike, die dazugehörigen Instruktionen und ein kleines Frühstück. Die Sonnenstrahlen vermögen die eisige Kälte der Nacht bereits etwas zu verdrängen kann und uns erwartet ideales Bike-Wetter.

Der erste Streckenabschnitt führt auf der geteerten Passstrasse in weiten Kurven durch eine spektakuläre Bergwelt hinunter. Nach einer gut halbstündigen Abfahrt wird nochmals verladen, da ein kleiner Aufstieg folgt. Dann beginnt die echte Yungas-Strasse, besser bekannt als Death Road or Worlds Most Dangerous Road. Die schmale, ungeteerte Strasse diente bis 2006 als Hauptverkehrsachse zum Bolivianischen Amazonas und gelangte zu zweifelhafter Berühmtheit. Immer wieder kam es zu tödlichen Unfällen, jährlich verloren 200-300 Personen ihr Leben auf der Strecke entlang des gähnenden Abgrundes. Die Landschaft ändert sich nun schnell, erste Büsche und Bäume erscheinen und bald befinden wir und im vor Wasser triefenden Nebelwald. Auf der teilweise lediglich 3.2 m breiten Naturstrasse herrscht Linksverkehr, damit Fahrer entgegenkommenden Verkehr früher erkennen können!

Hier geht es nun logischerweise mit etwas mehr Respekt und Vorsicht ans Werk. Wir legen regelmässig Foto- und Verpflegungsstopps ein. Die Aussicht in die steilen, grünen Yungas-Täler ist alleine die durchschüttelnde, aber spassige Abfahrt wert. Doch es ist äusserste Vorsicht geboten, schliesslich haben mindestens 18 Touristen hierbei ihr Leben gelassen. Glücklicherweise wird die Strecke seit der Eröffnung der neuen, asphaltierten und sicheren Alternativroute kaum noch befahren, so dass Biker die Strecke fast für sich haben. Wasserfälle stürzen immer wieder runter und an einigen Stellen gar direkt auf den Camino de la Muerte. Mit der schnell abnehmenden Meereshöhe steigt auch die Temperatur, so dass wir bald unsere Schichten reduzieren.

Nach 2.5 Stunden, 64 Kilometern und 3450 m Höhenmetern in teilweise rasanter Fahrt erreichen wir Yolosa auf 1200 müM.
Dort wartet in einem hübschen Restaurant etwas zu Essen, Dusche und Pool auf uns. Um 16 Uhr gehts dann auf den dreistündigen Rückweg hoch nach La Paz. Diesmal aber auf der kaum minder spektakulären Neubaustrecke. In La Paz gehen wir noch kurz etwas essen, bevor wir erschöpft zu Bett gehen.



